Jahresbericht Schneiderei 2008

Im  Januar 2008 begann der neue Kurs mit der Einstellung einer neuen Lehrerin, der Auswahl der neuen Schülerinnen und einem Plan, was im Jahr 2008  verbessert werden kann. Im Februar begannen 25 Frauen mit der Ausbildung zur Schneiderin. Zu Anfang wurden  Handtücher, Kopfkissen, Bettdecken und Tischtücher gefertigt. Die Mehrheit der Frauen hatte keine Erfahrung im Schneiden der Stoffe oder im  Nähen. Oftmals fehlte auch eine Schulausbildung. Aus diesem Grund dauerte die Anfertigung von qualitativ höheren Produkten wieder etwas länger und in den ersten Monaten konnte kein Verkaufserlös erzielt werden.

Die Erfahrungen der letzten Jahre im Führen der Frauen machen sich sehr positiv bemerkbar. Die Ausbilderinnen können schon rechtzeitig auf Probleme reagieren und so findet sich oft  sehr schnell eine Lösung.

Mitte des Jahres 2008 verbesserte sich die Qualität der Arbeit. Viele Frauen zeigten sich sehr geschickt im Umgang mit der Nähmaschine und brachten eigene Ideen ein, was angefertigt werden kann und wie. Diese Eigeninitiative  freut uns sehr, denn selbständiges Denken und Handeln, ist das Ziel unseres Kurses.

Im Juli/August begannen die Frauen mit der Anfertigung von Röcken, Hosen, Blusen und Jacken. Weiterhin werden kleinere und einfachere Produkte hergestellt, um diese auf den Märkten zu verkaufen und Umsatz zu erzielen. Leider entwickelt sich das Projekt des Verkaufes noch nicht so gut, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir sind weiter bemüht den Markt zu beobachten und Produkte herzustellen, die sich besser und mit mehr Gewinn verkaufen lassen. 

Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass es gut ist,  mit den Schülerinnen im November ein Gespräch zu führen. Dabei wird analysiert, wo sie noch große Schwierigkeiten haben und diese werden dann nochmals  intensiv erklärt und geübt, meistens bestehen die Schwierigkeiten im einnähen der Reißverschlüsse oder bei speziellen Nähten.  Dabei helfen sich die Frauen auch untereinander. 

Im Dezember 2008 beendeten 20 Teilnehmerinnen den Kurs erfolgreich. 2 Frauen konnten schon vor Abschluss des Kurses eine Anstellung finden. 3 Frauen bekamen ein Baby und mussten den Kurs abbrechen, da sie keine Betreuungsmöglichkeit fanden. Dieses Problem wird es im nächsten Jahr nicht mehr geben. Durch die Firma Johnson & Johnson wurde der Bau eines Kindergartens finanziert. Dort werden Kinder von 0-3 Jahren betreut. Dadurch ist gewährleistet, dass die jungen Frauen aus der favela einer Beschäftigung nachgehen können oder kontinuierlich an den Kursen teilnehmen können.

Unsere Ziele und Aufgaben für das Jahr 2009 sind vielfältig. Unser dringendstes Anliegen wird sein, neue Räumlichkeiten für die Schneiderei und die gesamte Verwaltung zu finden. Zwar konnten wir die Arbeitsbedingungen seit Beginn des Kurses verbessern, doch damit sind wir noch  nicht zufrieden.  Im November 2008 besichtigte der Bürgermeister unsere Projekte. Die Entscheidung, ob wir in ein nahe gelegenes leeres Schulgebäude ziehen können steht noch aus. Im Januar 2009 kann der Rechtsanwalt Xisto wieder einen Teil der theoretischen Ausbildung für unsere Schneiderinnen übernehmen. Das freut uns sehr!