Abschlussbericht

George C. Marshall (1880-1959)

„Kleine Taten, die man ausführt sind besser als große, die man plant“

Abschlussbericht

Über viele Jahre hinweg war Brasilien für uns, Beate Brauer und Nelida Nowak, unsere Wahlheimat. Das Land und seine lebensfrohen Menschen wuchsen uns ans Herz. In dieser Zeit erfuhren wir viel über die Herzlichkeit und den Optimismus der Brasilianer, sahen aber auch die andere Seite: Not und Armut, die in großen Teilen der Bevölkerung vorzufinden sind.

Wir versuchten zu helfen. Nelida Nowak als Ärztin im Krankenhaus „Servidor Publico Municipal“ in Sao Paulo und Beate Brauer als Projektleiterin in der Kindereinrichtung „Semente Esperanca“ in Campinas.

Wer sind "wir"?

Beate Brauer begann im März 1999 ihre wöchentliche Arbeit in der Kindereinrichtung „Semente Esperanca“ in Campinas, in der Kinder zwischen 6-16 Jahren betreut wurden. Sie erarbeitete Workshops und führte diese durch. Ziel war es, den Kindern und Jugendlichen den Zugang zu ihrem Potenzial zu ermöglichen, mit ihnen Ideen zu entwickeln und umzusetzen, ihnen Organisationsfähigkeit und Kreativität zu vermitteln, um so ihr Verantwortungs- und Selbstwertgefühl zu stärken.

Dr. Nelida Nowak erhielt über Prof Romeu Carillo im Januar 1998 die Arbeitserlaubnis, um im Krankenhaus tätig zu werden. Sie absolvierte auch eine 3jährige Weiterbildung zum Arzt für Homöopathie. Im Rahmen ihrer Kliniktätigkeit arbeitete sie jeden ersten Samstag im Monat in einer provisorisch eingerichteten Ambulanz mit Dr. Maria Solange Gosik und anderen Ärzten in der Favela „Jardim Sao Luis“, die sich im Süden der Großstadt von Sao Paulo befindet. Damals entstand auch der erste Kontakt zu Maria Regina, der Gründerin des Gemeindezentrums der favela und Leiterin des Vereins „Associacao do Abrigo Nossa Senhora Rainha da Paz“.

Zurück in Deutschland gründeten wir am 08.Januar 2004 unseren gemeinnützigen Verein „Abrigo Brasil e.V.“ Aktive Unterstützung erhielten wir dabei nicht nur von unseren Ehemännern Holger Brauer und Dr. Karl Nowak, sondern auch von Simonetta und Markus Kokott, die unter anderem immer wieder Spendenaktionen organisiert und durchgeführt haben. Bernhardt Blödt hat als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer pro bono unseren Jahresabschluss erstellt.

Seit der Gründung unseres Vereins „Abrigo Brasil e. V.“ vor 20 Jahren haben wir mit Spendengeldern aus Deutschland, Brasilien, Italien, Kanada und Hongkong und viel persönlichem Engagement unseren Verein geleitet.

Wir erhielten monatliche und jährliche Geldüberweisungen auf unser Vereinskonto. Auch wurden immer wieder Geburtstage und andere Anlässe als Motivation genommen, Geld zu sammeln und zu spenden. Erwähnen möchten wir auch den ganz persönlichen Einsatz unserer Spender, die zum Beispiel die Rosenaktion, das Missionsessen, die privat organisierten Konzerte, den Verkauf von selbst angefertigten Produkten und die Spendentombolas durchgeführt haben.

In den 20 Jahren kam die immense Spendensumme von über 300.000 € zusammen.

Ihnen allen ganz, ganz herzlichen Dank, nur mit Ihrer Hilfe konnten wir unsere Projekte unterstützen und den Bewohnern der favela helfen!

Ziel unseres Vereins war es, die Menschen in dem Elendsviertel von Sao Luis so zu unterstützen, dass unsere Hilfe in Selbsthilfe umgesetzt werden kann. Langfristig wollten wir erreichen, dass den Bewohnern die Möglichkeit geboten wird, aus eigener Kraft ihre Lebenssituation zu verbessern. Mit den vor Ort ansässigen Vereinen „Associacao do Abrigo Nossa Senhora Rainha da Paz“ mit der Vereinsgründerin Maria Regina Sigaki und dem Ärzteverein „Abrah“ mit der Kinderärztin Maria Solange Gosik als Vorsitzende standen wir von Anfang an im engen Kontakt, so dass wir gezielt dort helfen konnten, wo die größte Not herrschte.

Während Dr. Maria Solange Gosik unser medizinisches Projekt leitete, setzte sich Maria Regina für unsere Projekte, die Schneiderei, die Bäckerei, den Kindergarten und das Projekt „neue Erfahrungen“ ein.

Dr. Nelida Nowak, Maria Regina Sigaki, Beate Brauer

Maria Regina Sigaki zog im Jahr 1988 in die Nähe der favela Sao Luis. Schnell erarbeitete sie sich das Vertrauen der Menschen und richtete ein Gemeindezentrum ein. Ihr Traum war es, diesen Menschen bessere Lebensbedingungen anzubieten.

Ihr fundiertes Wissen, ihre Kontakte und ihre große Sozialkompetenz ermöglichten es uns, für unseren Verein Abrigo Brasil wichtige Projekte zu definieren, best geeignetes Personal zur Durchführung der Projekte zu finden und die Bewohner der favela für die Projekte zu begeistern.

Es war vor allem in den ersten Jahren unsere Hauptaufgabe, die sozialen Probleme in den Griff zu bekommen: die Gewalt auf der Straße, den Drogenhandel, die Vernachlässigung durch die staatlichen Stellen, Hunger, Mangel an Bildung und Fehlen der gesundheitlichen Grundversorgung. Maria Regina stand uns immer aktiv zur Seite, unterstützte uns und gab uns stets unersetzliche Ratschläge.

Ihr Verein „Associacao do Abrigo Nossa Senhora Rainha da Paz“ hilft in 15 verschiedenen Bildungs- und Sozialprojekten ca. 2500 Familien. Zu diesen 15 Projekten gehören auch 5, die wir unterstützt haben.

1.) Das medizinische Projekt „wohlgenährt und gesund“

Dies war unser erstes gemeinsames Projekt.  Es ist uns allen eine Herzensangelegenheit, dass dieses mit hoher Qualität weitergeführt wird.

Bei „wohlgenährt und gesund“ werden fehl- und unterernährte Kinder bis zum 6. Lebensjahr und Schwangere medizinisch betreut. Außerdem werden akute und chronische Krankheiten behandelt und Familien mit behinderten Kindern unterstützt.

Durch unsere Beteiligung kam dieses Projekt im Jahr 2005 einen großen Schritt voran. Es wurden 4 Jugendliche eingestellt, die genauso wie der Verantwortliche für das Projekt von Ihren Spendengeldern finanziert wurden. Auch notwendige Apparate wie Waagen, Blutdruckmessgeräte und Medikamente wurden von uns bezahlt. Dr. Maria Solange Gosik und ihre Kollegen arbeiten unentgeltlich. Die Jugendlichen leisten nach wie vor eine wertvolle Informationsarbeit. Sie besuchen die Haushalte im Elendsviertel, klären die Bewohner über die Notwendigkeit einer medizinischen Kontrolle auf und beraten die Familien über Hilfsmöglichkeiten.

Die Kinder und Schwangeren, die durch Untergewicht und Krankheiten auffallen, werden den Ärzten vorgestellt und im Gemeindezentrum untersucht. Im Rahmen dieses Projektes finden auch Ernährungs- und Gesundheitskurse statt, die ihre Attraktivität nie verloren haben. Dabei geht es neben Ernährung, Bewegung und Hygiene auch um die Aufklärung vor ansteckenden Krankheiten (SARS-CoV-2, Grippe, Magen-Darmerkrankungen, Hautinfektionen...)

Im Jahr 2011 wurde die Organisation des Projektes umgestellt. Im Gebäude eines neu erbauten Kindergartens wurde eine Ambulanz und somit ein fester Anlaufpunkt eingerichtet. Die Versorgung der Kindergartenkinder und ihrer Familien wird so sichergestellt.

Immer wieder wird das Projekt von Jugendlichen ehrenamtlich unterstützt, da sie oft selbst in diesem Projekt betreut wurden. Sie besuchen weiterhin Schwangere, junge Mütter sowie Familien.

Durch die konsequente Aufklärungsarbeit und medizinische Versorgung der Bevölkerung, ist das Auftreten von Unterernährung und Infektionskrankheiten deutlich reduziert worden.

2.) Das Schneidereiprojekt

Es war schon einige Jahre in Planung und konnte wegen der fehlenden finanziellen Mittel nicht begonnen werden. Im Jahr 2006 konnten, durch einen bedeutenden Spendenbetrag unsererseits, 12 Nähmaschinen und Unterrichtsmaterialien gekauft und die Lehrer für die Ausbildung eingestellt werden.

Dieses Projekt hat eine sehr große Bedeutung, um Frauen zu mehr Selbstvertrauen und einer finanziellen Unabhängigkeit zu verhelfen.  Indem sie einen Beruf erlernen, haben die Mütter die Möglichkeit, sich auch ohne Partner/Geldgeber um ihre Kinder zu kümmern.

Im Frühjahr 2006 begann der erste Kurs mit 20 Teilnehmerinnen. Die Frauen kamen voller Elan und mit vielen Ideen zum Unterricht. Neben dem Erlernen der praktischen Fähigkeiten gehörte auch ein theoretischer Unterricht zur Ausbildung.  Seit Beginn der Kurse erhalten die Frauen Unterstützung durch einen Juristen. Er erklärt den Frauen ihre Rechte in der Familie und Gesellschaft und zeigt ihnen auf, welche Hilfen man wo erhalten kann. Diese Arbeit ist sehr wertvoll und gibt den Frauen viel Selbstvertrauen. So gelingt es auch, sehr viele Frauen in eine bezahlte Anstellung zu vermitteln. Was uns besonders freut, ist, dass sich einige Frauen auch sehr erfolgreich selbstständig gemacht haben.

Dieses Projekt hatte immer einen festen Platz in unserer Planung und konnte 4 Jahre vollständig von uns finanziert werden.

Die Schneiderei war aber auch unser dynamischstes Projekt. Auf den Erfahrungen der letzten Jahre aufbauend wurde dieser Kurs immer weiter verbessert, musste aber auch einige Rückschläge verkraften.

Im Oktober 2007 wurde das Gemeindezentrum, in dem sich u.a. die Schneiderei befand, von Kriminellen eingenommen. Einige sehr engagierte Frauen begaben sich in eine gefährliche Verhandlung, um zumindest die Nähmaschinen zu retten, was ihnen auch gelang!!  Leider mussten sie alles Material und die bereits hergestellten Produkte zurücklassen. Diese sollten in der Vorweihnachtszeit auf den Märkten verkauft werden und so gingen der Schneiderei die Erlöse aus einem ganzen Jahr Arbeit verloren.

Damit begann auch die Suche nach einem neuen Gemeindehaus, denn dieser Verlust betraf alle Projekte, die hier untergebracht waren. Das medizinische Projekt verlor seine Medikamente und die Ausrüstung der Ambulanz, das Jugendprojekt die Einrichtung der Klassenräume. Die Verwaltung musste die komplette Büroausrüstung ersetzen. Auch die Küche im Gemeindezentrum mit allen Lebensmitteln zur Versorgung der Angestellten und Kursteilnehmer mit einer warmen Mahlzeit wurde von den Kriminellen besetzt und nie wieder freigegeben.

Von diesem herben Schlag ließen sich Maria Regina, ihr Team und die Projektteilnehmer nicht entmutigen. Wenige Tage später konnten neue Räume in der nahegelegenen Kirche bezogen werden.

Wie in jedem Jahr, endete auch das Jahr 2007 mit einer Modenschau, der Abschlussprüfung. Diese besteht aus der selbstständigen Anfertigung eines Rockes, einer Bluse oder eines Kleides. Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen war für uns immer besonders emotional und es freute uns natürlich riesig, in so viele stolze Gesichter zu schauen und zu sehen, wie sich jede dieser Frauen in einem Jahr weiterentwickelt hatte.

Die in der Schneiderei hergestellten Produkte finden ihre Käufer auf verschiedenen Märkten und seit Juni 2011 auch im Ladengeschäft der Schneiderei. Dort werden neben neuen Produkten, auch Reparaturen und Änderungen angeboten. Ziel des Schneidereiprojektes war immer, die eigenen Produkte zu verkaufen, um somit das Projekt rentabel zu machen und Gewinne zu erwirtschaften.

Die Schneiderei hat sich während der letzten Jahre sehr gut etabliert. Sie versorgt nun alle Projekte mit vielen Produkten z.B.: Schuluniformen, Decken für den Kindergarten, Handtücher, Schürzen und Hauben für die Bäckerei. Während der Coronazeit wurden sofort Masken hergestellt.

3.) Die Bäckerei

Im Jahr 2006 wurde die Bäckerei nach 4 Jahren Bauzeit fertig gestellt und im Jahr 2007 begannen 100 Jugendliche mit ihrer Ausbildung.   Aufgrund der hohen Ausbildungsqualität konnte es im Laufe der Jahre gelingen, dass das Gehalt des staatlichen Ausbilders, dessen Sozialleistungen, sowie die Versicherungen von der Stadt Sao Paulo übernommen wurden. Mit unseren Spendengeldern wurden die Gehälter des Bäckers/Kochs, einige Maschinen, die Reparaturen der Arbeitsgeräte und ein großer Teil der Zutaten für die Herstellung der Produkte finanziert. Im Untergeschoss der Bäckerei befinden sich die Backstube und der Verkaufsraum. Die Backstube ist mit Kühlschränken, Industriemixern und Backöfen, sowie einer funktionellen Arbeitsfläche ausgestattet. Im Obergeschoss befinden sich Unterrichtsräume, Toiletten und Umkleideräume. Einige Jahre später wurde der Bau um ein weiteres Stockwerk für einen Speisesaal erweitert.

In jedem Jahr war die Liste der Bewerber für einen Ausbildungsplatz länger, als freie Plätze zur Verfügung gestellt werden konnten. Der Erfolg der Ausbildung hat sich unter den Jugendlichen herumgesprochen. Fast alle Kursteilnehmer konnten nach ihrer Ausbildung in eine feste Anstellung vermittelt werden. Im Laufe der Jahre traten immer mehr Bäckereien, Restaurants und andere Unternehmen an die Ausbilder heran, um den jungen gut ausgebildeten Bäckern und Konditoren Arbeitsplätze anzubieten.

Auch dieses Projekt hat sich ständig weiterentwickelt. Ab 2011 wurde das Ausbildungsprogramm erweitert. Die langjährige Lehrerin absolvierte erfolgreich eine Ausbildung zur Eventmanagerin und gab ihre erworbenen Kenntnisse an die Jugendlichen weiter.

Neben dem Herstellen von Bäckerei- und Konditoreiwaren wurden die Jugendlichen auch als Kellner geschult und erhielten einen Einblick in die Dekoration der Tische und dem Anrichten eines Buffets.

Auch dieses so erfolgreiche Projekt erlitt einige Rückschläge.

Im April 2019 erhielten wir die Nachricht, dass die Stadt Sao Paulo ab Mai alle finanziellen Mittel für die Bäckerei einstellt. Das war ein ziemlicher Schock.

Nun brauchte es wieder eine schnelle Lösung. Dank der hohen Bereitschaft unserer Spender und auch mit Hilfe ansässiger Organisationen, ist es gelungen, die Ausbildung der Jugendlichen im Dezember 2019 erfolgreich abzuschließen.

Für viele von uns war das Jahr 2020 eine Herausforderung aufgrund der Coronapandemie. Die Bäckerei wurde für den Unterricht geschlossen. Aber es dauerte nicht lange und so fanden sich einige zum Bäcker ausgebildete Bewohner, die von Dienstag bis Donnerstag Backwaren herstellten und diese dann kostenfrei an die Teilnehmer der Projekte und ihre Familien ausgaben.  Dies wurde nötig, da viele Familien plötzlich ohne Einkommen waren.

Darum beschlossen wir, dass die Spenden vorrangig für das Bezahlen der Grundnahrungsmittel, der Hygieneartikel und der nötigen Medikamente verwendet wurden.

Von Deutschland aus organisierten wir eine Spendenaktion über die Plattform „GoFundMe“.  Mit dem Erlös von 5000 € und den vielen Spenden unserer Dauerspender konnten wir die prekäre Situation unserer Favela Bewohner verbessern.

Auch das Jahr 2021 war aufgrund der Infektionslage für die Bäckerei sehr schwierig. Es kam sogar zum vollständigen Stillstand.

Im Jahr 2022 lief die Ausbildung langsam wieder an und es wurden Intensivkurse angeboten.

Umso mehr haben wir uns über die letzten Nachrichten gefreut. Die Bäckerei hat ihren Betrieb wieder aufgenommen. Sie wurde frisch gestrichen, die Maschinen wurden überholt und ein Bäcker und eine Aushilfskraft wurden eingestellt.

Im Jahr 2024 soll dann wieder mit der Ausbildung begonnen werden. Wir hoffen, dass wir diesem Projekt mit einer Geldüberweisung eine gute Anschubfinanzierung geben können.

Als 2006 der Bau der Bäckerei fertig gestellt war und feierlich eröffnet wurde, standen wir mit Maria Regina im oberen Stockwerk der Bäckerei und schauten auf eine zerfallene Kirche auf der anderen Seite und Maria Regina überraschte uns, als sie sagte: „Das ist mein nächster Traum! Ich werde Geld sammeln und dieses Grundstück kaufen, um an dieser Stelle einen Kindergarten zu errichten!“

Visionen aussprechen und auch den Willen und die Energie zu haben, diese zu realisieren, dass ist es, was uns in all den Jahren stets angespornt hat, selbst nach vorn zu schauen und im mer wieder neue Ziele zu definieren.

4.) Der Kindergarten

Im Februar 2011 ging dieser Traum nach der Überwindung vieler bürokratischer Hindernisse in Erfüllung!  Im Kindergarten werden ca. 85 Kinder im Alter zwischen 3 Monaten und 4 Jahren aus den Familien der favela betreut. Ab dem 5. Lebensjahr besteht in Brasilien Schulpflicht.

Während die kleineren Kinder in den Aufenthaltsräumen liebevoll betreut werden, bietet sich auf dem Dach des Kindergartens für die älteren ein großer Platz zum Spielen.  In ihren kleinen Unterkünften haben sie keinen Platz zum Toben, Hüpfen und Springen und die Straße ist auch kein geeigneter Ort, dadurch war die Nachfrage der Erzieher an Hüpfburgen und Klettergerüsten sehr groß. Durch das Miteinander- Spielen wird nicht nur der Bewegungsdrang befriedigt, sondern auch die soziale Kompetenz geschult. Eigenschaften wie Rücksicht, Vertrauen, Respekt und Empathie werden spielerisch erlernt und verinnerlicht. Die Kinder erhalten im Kindergarten eine frühkindliche Förderung und 3 warme Mahlzeiten.

Während die kleineren Kinder in den Aufenthaltsräumen liebevoll betreut werden, bietet sich auf dem Dach des Kindergartens für die älteren ein großer Platz zum Spielen.  In ihren kleinen Unterkünften haben sie keinen Platz zum Toben, Hüpfen und Springen und die Straße ist auch kein geeigneter Ort, dadurch war die Nachfrage der Erzieher an Hüpfburgen und Klettergerüsten sehr groß. Durch das Miteinander- Spielen wird nicht nur der Bewegungsdrang befriedigt, sondern auch die soziale Kompetenz geschult. Eigenschaften wie Rücksicht, Vertrauen, Respekt und Empathie werden spielerisch erlernt und verinnerlicht. Die Kinder erhalten im Kindergarten eine frühkindliche Förderung und 3 warme Mahlzeiten.

Der Kindergarten befindet sich in einem hellen und sehr freundlichen Gebäude, das von Architekturstudenten geplant und mit Hilfe von Spendengeldern und viel Eigenleistung errichtet wurde. Wir haben nicht nur bei der Errichtung des Gebäudes finanziell mitgeholfen, sondern auch bei der Ausstattung des Kindergartens mit Spielgeräten und mit pädagogischem Material. Wir sind immer wieder gern dort und erfreuen uns an dem fröhlichen Treiben.

Die Anmeldeliste ist in jedem Jahr sehr lang und leider können wir nicht allen Müttern in der favela die Möglichkeit bieten, ihre Kinder in der Einrichtung zu betreuen.

5.) Das Gemeindezentrum und das Projekt „neue Erfahrungen“

Für die außerschulische Betreuung von Kindern zwischen 5 und 16 Jahre wurde im Oktober 2013 eine alte Fabrik gemietet, um ein neues Gemeindezentrum zu erbauen. Wir haben uns mit Ihren Spendengeldern an den Kosten des Umbaus beteiligt. Der Umzug wurde nötig, da wir mit dem Abschied des Gemeindepfarrers leider auch die Räume der Kirche, die 2007 bezogen wurden, verlassen mussten.

In diesem neuen Gemeindezentrum sind Aufenthalts-, Unterrichts-, und Büroräume, sowie Sanitäranlagen entstanden und im Jahr 2020 wurde damit begonnen, einen kleinen Garten hinter dem Gebäude anzulegen. Dieser Garten ist Treffpunkt von Bewohnern aller Altersstufen geworden. Neben Aufenthaltsplätzen entstand auch ein Nutzgarten. In der favela gibt es sehr wenig Platz und daher kaum begrünte Flächen. So ist es etwas ganz Besonderes, dort Nahrungsmittel selbst anzubauen. Es wurden Obstbäume, Gemüse und Kräuter angepflanzt, Holzbänke aufgestellt und eine kleine Grasfläche angelegt. Auch an der Gestaltung dieser Fläche haben wir uns finanziell beteiligt.

Das Thema Kinder- und Jugendbetreuung ist ein Kernthema in diesem Gemeindezentrum.

In diesem Zentrum finden die Kinder und Jugendlichen einen sicheren Lebensraum zum Lernen und Spielen. Durch Nachhilfeunterricht, Workshops, Sport und Spiele erhalten sie eine breite Ausrichtung. In gemeinsamen Projekten wird die Kommunikation, die Interaktion und die Geselligkeit gefördert.

In Brasilien findet der reguläre Schulbesuch entweder als Vormittags- oder Nachmittagsunterricht statt. Aus diesem Grund werden in 2 Blöcken, am Vormittag und am Nachmittag, im Gemeindezentrum tägliche Aktivitäten angeboten, die den Interessen und Möglichkeiten der jeweiligen Altersgruppe entsprechen.

Darüber hinaus erhält jeder Teilnehmer 2 Mahlzeiten am Tag. Zwischen den Familien und dem Projektverantwortlichen besteht ein enger Kontakt.

Das Projekt „neue Erfahrungen“ startete im Jahr 2015, die Zielgruppe sind die 13–16-jährigen aus dem Gemeindezentrum. Den künftigen Schulabgängern werden hier Kurse zur Berufsfindung angeboten. Es werden vorhandene Strukturen genutzt, um die Jugendlichen mit praktischen Erfahrungen in Kontakt zu bringen. Wir unterstützten die Kurse in der Bäckerei und Schneiderei und beteiligten uns an den Materialkosten. In der Bäckerei lernen die Jugendlichen wie ein Arbeitstag abläuft und wie salziges und süßes Gebäck hergestellt wird. In der Schneiderei beginnt der Kurs mit Handarbeit, bevor die Einweisung an den Nähmaschinen erfolgt.

Maria Regina bzw. Dr. Maria Solange Gosik setzen ihre Arbeit fort, so dass auch unsere 5 Projekte weitergeführt werden.

Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Spenden direkt nach Brasilien überweisen. Alle Informationen zu den vielfältigen Projekten des Vereins „Associacao do Abrigo Nossa Senhora Rainha da Paz“ finden Sie unter www.rainhadapaz.org

Die Kontoverbindung nach Brasilien lautet:

Banco Santander
Agencia 641
Kontonummer / Bank Code 130017300
Name: Associacao do Abrigo Nossa Senhora Rainha da Paz

Wir möchten Sie an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Überweisungen nach Brasilien vom Finanzamt nicht als Spende anerkannt werden.

Bis zum Ende des Jahres 2023 erhalten Sie, bei Spendeneingang auf unser Konto, eine Spendenbescheinigung von Abrigo Brasil e.V.

 

Nach 20 Jahren Vereinsarbeit macht es uns glücklich und auch ein wenig stolz mitzuerleben, wie sich die Kinder und Jugendlichen entwickeln und selber Familien gründen, die auf einer soliden Basis stehen.

Im Laufe der Jahre wurden die Projekte so aufeinander aufgebaut, dass sie die Betreuung vom Säuglingsalter bis zur Ausbildung und darüber hinaus umfassen. Angefangen mit unserem Projekt „wohlgenährt und gesund“, dem Kindergarten, der anschließenden außerschulischen Betreuung der Schüler und den Ausbildungsprogrammen haben wir viel erreichen können.

Die Lebensweise und die Perspektiven vieler Familien haben sich auch Dank unseres Engagements in den letzten 20 Jahren verbessert. Gute Betreuung und Ausbildung, aber auch Krankheitsprävention und die rechtzeitige Therapie von Erkrankungen sind wichtige Bestandteile des Lebens in der favela geworden.

 

Unser Dank gilt aber vor allem Ihnen, unseren Spendern. Sie haben mit Ihrer Spende dazu beigetragen, dass wir unsere Ziele erreichen konnten. Viele von Ihnen halten uns schon sehr viele Jahre die Treue und begleiteten uns durch die Höhen und Tiefen, die so ein Land wie Brasilien mit sich bringt. Wir bedanken uns bei Ihnen für ihr Vertrauen und ihre Großherzigkeit.

Ganz herzlichen Dank für Ihre Treue, Ihr Interesse und Ihre Unterstützung.

Im Namen aller Vereinsmitglieder

„Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.“ (Dietrich Bonhoeffer)

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